Cilli, Elias und ein Ast

Ganz langsam und sachte bewegt Cilli ihren Flügel. Gaaaanz langsam. Oder soll sie sich doch einfach noch in ihre Wolke kuscheln und weiterschlafen? Auf gar keinen Fall, es ist kurz vor Weihnachten und es gibt einfach wahnsinnig viel zu tun. Vor allem muss sie noch zu Elias!

Elias ist ein Junge, der einen gaaaaanz langen Wunschzettel geschrieben hat. Ein Junge, der aber gar nicht freundlich zur Nachbarin war und der mitten im Unterricht einen nassen Schwamm auf ein Mädchen geworfen hat. Ein Junge, dem das Christkind leider auch viele Wünsche von der Liste gestrichen hat.

Und Cilli ist ein Engel. Eine Engelin viel mehr. Eine Engelin, so groß wie eine Tafel Schokolade, mit einem blonden Lockenkopf, einem goldenen Stern im Haar und entzückenden goldenen Sommersprossen, die immer hell erleuchten und funkeln, wenn sie sich freut. Sie hat ein unglaublich großes Herz, weswegen sie Elias eben doch noch ein Geschenk obendrauf gepackt hat. Dafür will sie dem Christkind beweisen, dass Elias eben doch ein guter Junge ist. Und dafür hat sie einen Plan. Sie ist fest davon überzeugt, dass er nur eine große Extra-Portion Liebe braucht, damit auch er wieder Liebe geben kann. Mit ihrer Weihnachtskuschelei hat sie schon manches Herz verzaubert.

Also gut! Sie muss wirklich dringend zu ihm auf die Erde. Schnell setzt sie sich auf und bewegt nochmal ihren linken Flügel. Tut nicht mehr weh. Jetzt beide. Alles gut. Und fliegen? Funktioniert super! Also los, ab durch den Himmel auf die Erde.

Schon von Weitem sieht sie Elias mit seinem Freund im Park spielen. Sie kämpfen mit Ästen gegeneinander. Nicht im Ernst, nur im Spiel.

„He, schau mal, da oben!“, ruft Elias‘ Freund. Oh mein Gott, kann der andere Junge sie etwa sehen? Cilli kennt ihn nicht, offensichtlich ist ein anderer Engel für ihn zuständig, der ihn beobachtet und beschützt. Elias starrt in den Himmel. „Was meinst du, Jakob?“ Jakob deutet mit dem Finger direkt auf Cilli. „Na, da! Da funkelt was! Siehst du nichts?“ Cilli bewegt sich nicht, während Elias die Augen zusammenkneift. „Ich seh den Himmel, ich sehe ein paar Wölkchen, aber sonst nichts.“ Er zuckt mit den Schultern. „Keinen Flieger, keinen Vogel, nichts.“

Jakob legt seinen Ast auf seine Schulter und erklärt: „Meine Mutter sagt, zur Weihnachtszeit würden immer Weihnachtsengel umherfliegen und nachsehen, ob es den Kindern gut geht, ob sie höflich sind, ehrlich, hilfsbereit –“ „Ha!“, unterbricht ihn Elias. „Und du glaubst das?“ Jakob sieht ihn verwundert an. „Ja, warum nicht?“. Elias wirft sich auf den Boden vor Lachen. „Das hat deine Mutter doch bloß erfunden, damit du ein braaaaaver, guuuuter Mensch bist.“ Elias zieht die Wörter ‚braaaav‘ und ‚guuut‘ verächtlich in die Länge. Jakob runzelt die Stirn. „Was wäre schlecht daran?“

„Dass die Braven nie das bekommen, was sie wollen! Und ich nehme mir einfach, was ich will. Schau mal, da!“ ruft nun Elias und deutet aufgeregt in den Himmel. Während Jakob jedoch suchend nach oben schaut, schnappt sich Elias dessen Ast und rennt mit beiden Ästen davon.

„Siehst du!“, hört Jakob seinen Freund noch und schaut ihm nach. Er kann sich gar nicht vorstellen, dass jemand tatsächlich nicht an Engel glaubt.

Elias rennt weiter und dreht sich dabei immer wieder nach Jakob um. Kurz bevor er die Straße überqueren kann, drückt Cilli ihm einen der Äste zwischen seine Beine, sodass er stolpert, auf den harten Boden fällt und sich das Knie aufschlägt. „Auuu! Verdammt!“, schreit er. Da kommt ein älterer Herr aufgereht auf ihn zugelaufen und ruft: „Hey, Junge, da hast du jetzt aber großes Glück gehabt!“ Elias starrt ihn verständnislos an. „Wärst du nicht gestolpert, wärst du direkt in diesen LKW gelaufen!“ Beide schauen dem davonbrausenden LKW hinterher. Elias wird ganz schwummrig.

Cilli ist sofort bei ihm, schmiegt sich an seinen Hals und kuschelt ihn ganz fest. Sie ist so froh, dass sie gerade noch rechtzeitig für ihn da war. Sein Knie blutet zwar, aber sonst ist ihm nichts passiert. Auch Jakob ist inzwischen da und hilft ihm gemeinsam mit dem Mann hoch. „Oh Mann, das war knapp!“ Cilli kuschelt noch fester und Elias wird plötzlich ganz warm ums Herz. „Tut mir leid, Jakob, ich war vorhin echt doof zu dir.“ Jakob überlegt gerade, ob er nun seinem Freund sagen soll, dass es um ihn herum glitzert. Das liegt natürlich an Cillis Sommersprossen, die jetzt ganz hell funkeln, weil sie sich so sehr über Elias’ Entschuldigung freut. Gerade als Jakob beschließt zu schweigen, sagt der Mann: „Du scheinst einen ganz tollen Schutzengel zu haben!“ Und da funkelt es gleich noch mehr.

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